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EK Status in RK

Autorin/Autor Beiträge
Verfasst am: 10. 08. 2018 [14:23]
 
Themenersteller/-in
Beiträge: 4
Guten Tag

Während meinem Studium habe ich mich auf 3.-6."spezialisiert, unterrichte jetzt aber eine 1./2.Klasse. Nun habe ich noch einen EK Schüler dabei. Gibt es eine "offizielle Empfehlung" oder Planung für EK Schüler für die Fächer Deutsch und Mathematik? Falls nicht, was können Sie mir raten, wie ich das am besten aufgleise?

Vielen Dank für die Unterstützung.
 
Verfasst am: 14. 08. 2018 [08:21]
 
Beiträge: 1
Liebe(r) "Lehrerhabenimmerfrei"

Ich kann dein Anliegen sehr gut verstehen! Eine heterogene Klasse (Mehrklassen, EK-Schüler) bringt einige Herausforderungen bezüglich Differenzierung und Individualisierung des Unterrichts mit sich!
Zuerst möchte ich deine Frage bezüglich „offizieller Empfehlungen“ für die Unterrichtsplanung des EK Schülers beantworten, wobei ich ein wenig ausholen muss (vielleicht kennst du diese Hintergrundinformationen jedoch schon). Kinder, welche eine Einschulungsklasse besuchen, weisen zumindest in einigen Bereichen (z.B. Wahrnehmung, Motorik, Sprache, Lernmotivation und Selbstregulation) eine deutliche Entwicklungsverzögerung auf. Diese sind jeweils sehr unterschiedlich ausgeprägt, daher gibt es auch keine «offizielle Empfehlung», wie der Stoff der 1. Klasse auf zwei Jahre aufgeteilt wird.
Der zweijährigen Einschulung ging ein Antrag der EB oder der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJPD) voraus. Dies bedeutet, dass die Entwicklung des Kindes psychologisch abgeklärt wurde und ein Bericht der Schwächen und Stärken des Kindes vorliegt. Ideal ist es, wenn du in Besitz dieser Ergebnisse bist. Falls die Eltern einverstanden sind, kannst du auch mit der zuständigen Person der EB / KJPD Kontakt aufzunehmen, um Hinweise zur spezifischen Unterstützung des Kindes zu erhalten. Diese Hinweise können eine grosse Hilfe darstellen, um individualisierte Lernziele abzuleiten. Auf jeden Fall empfehle ich dir, gleich zu Beginn des Schuljahres mit den Eltern das Gespräch zu suchen – und dich mit ihnen auch während des Schuljahres regelmässig zu den Lernfortschritten und -schwierigkeiten des EK-Kindes auszutauschen.
Ausserdem kann die Zusammenarbeit mit der IF-Lehrperson sehr wertvoll sein. Du schreibst nicht, ob die IF-Lehrperson auch in die Betreuung des EK-Schülers involviert ist. Ich empfehle dir auf alle Fälle, dich zumindest im ersten Semester regelmässig mit der IF-Lehrperson auszutauschen (z.B. kann die IF-Lehrperson auch einmal den EK Schüler im Unterricht beobachten oder ihr könnt gemeinsam ein Projekt planen etc.). Sie kann dich auch bei der Entwicklung der adaptiven Lehr- und Lernarrangements, die auf die Stärken und Schwierigkeiten des EK-Schülers ausgerichtet sind, unterstützen.
Du wirst in den ersten Wochen bei der Erarbeitung neuer Lerninhalte mit der Gesamtklasse immer wieder feststellen, wo spezifische Herausforderungen für den EK Schüler bestehen. Ich empfehle dir auch den Austausch mit andern Lehrpersonen, welche Erfahrungen mit integrativem bzw. inklusivem Unterricht haben. Vielleicht gibt es an deinem Schulort Lehrpersonen, die ähnlich heterogene Klassen betreuen / betreut haben? Ein Ideenaustausch zu kooperativen Lernformen und individualisierten Lernarrangements ist auf jeden Fall sehr wertvoll.
Auch die PHBern bietet verschiedene Kurse und Veranstaltungen an, welche dir längerfristig im Unterrichtsalltag im Umgang mit heterogenen Lernvoraussetzungen weiterhelfen können.
Aus eigener Erfahrung bleibt zu erwähnen, dass diese Vielfalt von Lernbedürfnissen und Stärken der SuS zwar eine grosse Herausforderung darstellt, jedoch für alle Beteiligten sehr bereichernd sein kann. Oft entsteht eine besondere Kultur der gegenseitigen Hilfestellung und Rücksichtnahme, die zu einem guten Lernklima (und zur Förderung der überfachlichen Kompetenzen aller Kinder) beiträgt.

Nun wünsche ich dir einen erfolgreichen Start und erwarte gerne deine Reaktion oder die anderer Forumsmitglieder sowie deine weiteren Fragen.
Liebe Grüsse aisingi
 
Verfasst am: 22. 08. 2018 [14:37]
 
Beiträge: 3
Guten Tag!
Ich habe früher als IF-Lehrperson integrativ an einer Primarschule gearbeitet. Auch wir hatten integrierte EK-Schüler. Ich habe damals der Klassenlehrperson meine Unterstützung angeboten und vor allem im ersten Semester Unterlagen für die beiden Fächer Deutsch und Mathematik angeboten. Ich habe jeweils für jedes Fach eine Mappe zusammengestellt und mit der Klassenlehrperson besprochen, was das Kind im Klassenverband mitmacht, und wann es an seinen Unterlagen arbeitet (wenn die anderen Kinder auch Aufträge hatten). Mir haben damals die Unterlagen von Einstern und Einsterns Schwester sehr geholfen, weil sie sehr vereinfacht und ansprechend sind.
Was ich bei Ihnen toll finde, ist die Integration in der 1./2. Klasse. So muss das Kind Ende 1. Klasse nicht in eine neue 1. Klasse wechseln, wie das damals bei uns der Fall war.
Wie Aisingi bereits geschrieben hat, ist die Entwicklung bei jedem Kind anders, daher muss laufend wieder beurteilt werden, in welchen Bereichen das Kind auf andere Unterrichtsinhalte, ein anderes Tempo angewiesen ist, und wo es gut mithalten kann.
Ich plädiere sehr dafür, nicht einfach den gleichen Stoff im gleichen Tempo der 1. Klasse durchzuführen (mit "Weglassen" von einigen Teilaufgaben), was ich auch schon erlebt habe, sondern den Stoff wirklich zu festigen und die nötige Zusatzzeit für das "Be-Greifen" zuzulassen.
Liebe Grüsse
Kolibri
 
Verfasst am: 22. 08. 2018 [21:46]
 
Themenersteller/-in
Beiträge: 4
Erst einmal vielen Dank Aisingi und Kolibri13 für die praktischen Hinweise und Gedanken.

Eine IF Lehrperson ist an meiner Klasse und ich werde mich betreff Planungen mit ihr zusammensetzen. Zudem ist der Schüler auch 2L pro Woche bei der Logopädin und der Austausch mit ihr finde ich sehr wertvoll. Zum Einen, weil Sie in der Logo unsere Themen wieder aufnimmt und dem Schüler so die Möglichkeit gibt Inhalte zu vertiefen und sich nicht noch zusätzlich auf neue Themen "einlassen muss". Zum Andern, weil ich im Unterricht auf gleiche Strategien von der Logopädin zurückgreifen kann, was für den Schüler die Verknüpfung und Festigung einfacher macht.

Ich werde mich bei der EB erkunden, um weiter Informationen zu seiner Abklärung zu erhalten, welche für die Planung relevant sind.
Auch die überfachlichen Kompetenzen der MitSuS durch diese Situation zu fördern finde ich einen guten Schwerpunkt für diese Jahr.

Der Schüler ist gut in der Schule gestartet und arbeitet sehr motiviert und fleissig mit. Er ist sehr interessiert an den Zahlen und Buchstaben. Deshalb wäre es meiner Meinung nach momentan wenig sinnvoll ihm ein Spezialprogramm aufzuzwingen. Sobald ich jedoch merke, dass er mehr Zeit zum "Be-Greifen" oder auch Abschalten braucht, werde ich ihm die geben. Und deshalb ist es für mich wichtig auf diesen Zeitpunkt gut vorbereitet zu sein, wenn es so weit ist.

An Ideen und Gedanken bin ich wetierhin interssiert und melde mich, wenn ich wertvolle Erfahrungen oder Erkenntnisse gmacht habe=)
 
Verfasst am: 25. 08. 2018 [17:46]
 
Beiträge: 8
Liebe "Lehrerhabenimmerfrei"

Hier noch ein paar Gedanken insb. zur mathematischen Förderung: Ich würde dir empfehlen, möglichst dasselbe Lehrmittel zu verwenden, mit welchem die Klasse arbeitet. Dies ermöglicht Austausch und voneinander Lernen und verhindert, dass das EK-Kind dann in der 2. Klasse wieder ein neues Lehrmittel (mit anderen Darstellungen und anderen Arbeitsmitteln) kennenlernen muss. Ich gehe mal davon aus, dass du mit dem Zahlenbuch arbeitest. Da gibt es ja viele Zusatzmaterialien, die für EK-Kinder geeignet sind. So empfiehlt es sich z.B., die Kleinen Zahlenbücher und die Kleinen Formenbücher (oder das Zahlenbuch für die Frühförderung) im Schulzimmer zu haben. Mit diesen Materialien kann das Kind auf spielerische Art mathematisch tätig sein und lernt die Darstellungen und Arbeitsmittel des Zahlenbuches nach und nach kennen. Auch gibt es ein deutsches "Zahlenbuch 0", welches Vorstufen zum Zahlenbuch 1 anbietet.
EK-Kinder ermüden oft rascher als reguläre Erstklasskinder - zumindest im ersten Semester. Sie brauchen oft auch noch mehr Zeit für Spielerfahrungen. Daher empfiehlt es sich, eine Spielecke einzurichten, in welche sie sich zurückziehen können, wenn es ihnen zu viel wird (ist oft in der letzten Lektion des Vormittags der Fall). Dort haben durchaus auch Lernspiele und Bastelangebote ihren Platz.

Nun wünsche ich dir weiterhin gutes Gelingen!
Melde dich wieder, wenn du noch Fragen hast.
chicas