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Wie geniessbar ist "Mille feuilles"?

Foren > Reformen > Passepartout > Wie geniessbar ist "Mille feuilles"?
Autorin/Autor Beiträge
Verfasst am: 11. 09. 2011 [11:15]
 
Themenersteller/-in
Beiträge: 57
So, jetzt ist sie serviert, die Cremeschnitte aus dem "Patisserie-Haus Passepartout"! Landauf landab knabbern Kinder der Grenzkantone jetzt an ihren Cremeschnitten - will sagen lernen Französisch mit dem dem neuen Lehrmittel "Mille feuilles".

Die Medien waren bisher noch recht zurückhaltend. Ein Artikel des Bieler Tagblatts vom 9.11.11 geht jedoch hart ins Gericht mit dem neuen Lehrmittel: Mille feuilles sei vergleichbar mit dem umstrittenen, neuen Frühenglischlehrmittel aus Zürich. Bei dem im Artikel zitierten Lehrer und Schulblogger Urs Kalberer www.schuleschweiz.blogspot.com/ kommt das Lehrmittel sehr schlecht weg! Hier ist der Artikel als pdf abgelegt, weil er bei der Zeitung online nur mit Abo lesbar wäre: http://www.oszt.ch/pdf/BT_millefeuille_91111.pdf

Wie sind die Erfahrungen der Lehrpersonen vom Forum, die jetzt mit Mille feuilles unterrichten?
Gibt es Experten der PH Bern, die sich hier zu den Vorwürfen vom Zeitungsartikel oder zu den ersten gemachten Praxis-Erfahrungen äussern würden?

R_Morgy
 
Verfasst am: 14. 09. 2011 [15:12]
 
Beiträge: 45
Guten Tag, Bonjour

Wir haben den Artikel auch gelesen. Das IWB hat den Auftrag, Lehrpersonen möglichst gut auf den Unterricht mit mille feuilles vorzubereiten. Wir stellen fest, dass
- die Entwicklung des Lehrmittels dem Lehrplan Passepartout entspricht
- den Interessen und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler Rechnung getragen wird
- im Lehrmittel mille feuilles die neueren Erkenntnisse zum Fremdsprachenerwerb sorgfältig eingearbeitet sind
- Lehrpersonen das Lehrmittel ausprobiert haben und Rückmeldungen an den Verlag geben konnten, welche in die Überarbeitung eingeflossen sind.

Herr Kalberer spricht in seinem Artikel verschiedene Ebenen an, die bildungspolitische Ebene und die fachliche Ebene der
Sprachvermittlung. Auf der bildungspolitischen Ebene können und wollen wir als Experten nicht intervenieren, auf der fachlichen Ebene bräuchte es eine differenzierte Diskussion, die über eine Kritik an Neuerungen hinausführen müsste.




 
Verfasst am: 23. 09. 2011 [19:33]
 
Themenersteller/-in
Beiträge: 57
Das Bieler Tagblatt hat am 21. September ein Interview abgedruckt mit Dieter Wolff, einem deutschen Professor, der bei der Entwickling von "Mille feuilles" mitgearbeitet hat. Sehr interessant!
Ich leg's wieder auf unseren Schulserver, weil das BT-Archiv Beschränkungen hat:
http://www.oszt.ch/pdf/BT_millefeuilles_210911.pdf

R_Morgy
 
Verfasst am: 08. 10. 2011 [17:59]
 
Beiträge: 1
Bonjour,
Ich habe nun sechs Wochen mit dem neuen Mille Feuilles unterrichtet.
Als mehrsprachige Frau, langjährige Französisch Lehrerin (auch als Privatlehrerin mit SuS von 7 bis 50 Jahren) habe ich den Passepartout Lehrplan sehr begrüsst. Endlich geht es um Sprachkompetenzen! Das Lehrmittel finde ich sehr gut und meine Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse sprechen sehr gut darauf an und zeigen viel Interesse und Spass. Sehr interessant für mich ist auch der direkte Vergleich mit den Fünftklässlern und Bonne Chance (dort bin ich KL). Die Weiterbildung habe ich sehr genossen und viel Interessantes gelernt.
Und dennoch drückt mich der Schuh ziemlich:
- Dass wir die definitive Version vom Mille Feuilles erst kurz vor den Sommerferien bekommen haben, war absolut unbefridiegend. Vieles, was wir an Vorbereitungsarbeiten während dem Kurs gemacht hatten, musste vollständig überarbeitet werden. Dass dann plötzlich noch eine Revue dazu kommt, fand ich sehr bemühend. Auch der Punkt Beurteilung ist für mich noch nicht klar. Für mich riecht das Ganze ein bisschen nach "noch nicht ganz fertig". Meiner Meinung nach sollte eine solche Projektplanung an unseren Schulen nicht vorkommen. Zumindest wäre so etwas in der Privatwirtschaft undenkbar.
- Bei uns stimmt die Infrastruktur noch nicht. Wenn schon mit CD-Rom und CD gearbeitet werden soll, so sollte auch dieser Punkt und insbesondere die Finanzierung vor Projektumsetzung geklärt sein.
- Gruppengrösse: ich muss mit 18 Kindern (und 2 Computern) arbeiten. Bei einer solch grossen Gruppengrösse fällt sehr Vieles weg - die Kinder haben viel weniger die Möglichkeit zu sprechen, selbständiges Arbeiten an Stationen wird zur organisatorischen Herausforderung und ist z.T. gar nicht mehr möglich, Differenzieren, Individualisieren, Coachen kommen viel zu kurz. Hier hätte ich klare Richtlinien gewünscht. Im Vergleich mit anderen Schulhäusern (ja, wir haben auch die einzelnen Situationen verglichen) haben wir festgestellt, dass die Bewilligung der Gruppengrössen v.a. vom Wohlwollen des Inspektorats abhängt und sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Das dürfte einfach nicht sein.... Chancengleichheit sollte nicht nur für die Kinder ein Thema sein, sondern auch für uns Lehrpersonen!
- Viele Schulen haben in Folge der Sparmassnahmen zu Mehrjahrgangsklassen gewechselt. Kann mir jemand erklären, wie Mille Feuille und wahrscheinlich später auch das Englisch Lehrmittel in MJK unterrichtet werden soll? Ich habe über zehn Jahre vier-stufig unterrichtet und weiss genau, wovon ich spreche. Auch hier wünsche ich mir klare Richtlinien und hoffe sehr, dass von oben Unterstützung im Sinne der LP's und schlussendlich auch der Kinder und nicht der Sparmassnahmen kommen wird.
- Kinder mit Lernschwierigkeiten sind mit Mille Feuilles oft überfordert und brauchen sehr viel Unterstützung. Dazu würde ich mir Unterrichts - Hilfen wünschen (wie z.Bsp. in den "Sprachstarken". Und auch bei diesem Punkt erschweren grosse Gruppen und allfällige MJK die Arbeit.

Wir haben uns in der Weiterbildung eingehend mit dem Thema "Guter Unterricht" auseinandergesetzt. Unter den gegebenen Umständen kann ich aber diese Qualitäts-Merkmale gar nicht erreichen und das ist absolut frustrierend.
Auch in der Schule tritt das Schlagwort "Qualitätssicherung" immer mehr auf. Wenn Qualität im zukünftigen Fremdsprachenunterricht angestrebt werden soll, dann müsste sich noch Einiges ändern.


 
Verfasst am: 11. 10. 2011 [16:49]
 
Beiträge: 37
Liebe D_Mueller
Vielen Dank für Ihre ausführlichen Rückmeldungen - Rückmeldungen, welche für jedes Reformprojekt von grosser Wichtigkeit sind. Von verschiedenen Seiten wurden uns ähnliche Schwierigkeiten gemeldet. Wir versuchen jeweils, diese den zuständigen Instanzen weiterzuleiten, weil wir als Weiterbildungsinstitution diese Probleme nicht direkt lösen können.
Chronologisch zu Ihren Anliegen: Die Produktion von Lehrmitteln bedeutet heutzutage ein langer, rollend geplanter Prozess, d.h. dass nach der Erprobungsphase in Pilotklassen alle Kritiken und Rückmeldungen in eine Überarbeitung fliessen. Dies tut der Schulverlag regelmässig und mit grossem Entgegenkommen (was nicht bei allen Verlagen der Fall ist!) - das erklärt die Veränderungen der MF-Versionen. Dass diese Erprobungen von Lehrmitteln nicht in allzu grossem zeitlichen Abstand zur Implementierung erfolgen können, liegt auf der Hand, das hat dazu geführt, dass die ersten Kurse mit provisorischen Versionen durchgeführt werden mussten.
Zur Anzahl Computer in Ihrem Klassenzimmer: Pragmatisch empfehle ich Ihnen, jedes Jahr 1, 2 in Ihrer Schule zu beantragen. Sie können sich auf die Empfehlung von Passepartout und der ERZ berufen, welche 3 Computer als Minimalzahl für eine gute Durchführung von MF vorsieht.
Zum Problem der MJK: Wir unterstützen Sie in der Meinung, dass MJK nicht Sparmassnahmen sein dürfen, sondern als pädagogisch die Kinder förderndes Konzept gedacht werden müssen. In dieser Richtung muss uns auch die Didaktik noch mehr praktischen Support bieten. Versuchen Sie mit Ihrer Schulleitung alle organisatorisch möglichen Massnahmen (Klassenzusammensetzung, Stundenplan, Unterstützungslektionen ecc.) auszuloten.
Unterstützungshilfen (mit heilpädagogischem Ansatz) für Kinder mit Lernschwierigkeiten sind vom Verlag vorgesehen; allerdings kann ich Ihnen nicht genau sagen, wann diese Materialien auf dem Markt erhältlich sein werden.
Sie werden sehen, dass die Schwierigkeiten, welche sich in einer ersten Phase bei jeder Lehrmittelimplementierung stellen, in absehbarer Zeit verschwinden werden.
Es wäre für diese Plattform interessant, von anderen Lehrpersonen auch Erfahrungsberichte zum Umgang mit Mille feuilles zu hören, eventuell können diese Ihnen auch gute Tipps geben !


 
Verfasst am: 09. 12. 2011 [17:14]
 
Beiträge: 16
Die Diskussionen rund um das neue Lehrmittel "Milles feuilles" werden wohl weitergehen. Interessant ist vielleicht zu wissen, dass es neuerdings Ergänzungsmaterialien zum Lehrmittel gibt (Hinweis im E-Newslewtter der PHBern für Schule und Unterricht
http://www.phbern.ch/dienstleistungen/bildungsmedien/mediothek/herausgepickt.html
 
Verfasst am: 13. 10. 2015 [08:46]
 
Themenersteller/-in
Beiträge: 57
Interessanter Bericht im Bieler Tagblatt vom 13. Oktober 2015:
"Sprachlos trotz vier Jahren Französisch"
goo.gl/xMhAz8
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Verfasst am: 27. 04. 2016 [20:09]
 
Beiträge: 10
Interessant zu lesen, da ich bisher immer nur von gehört habe.